Hannah Linnig erhält VDI-Preis 2020

Seit Jahren zeichnet der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) Studierende der Universität des Saarlandes, der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes und der ASW-Berufsakademie Saarland e.V. für besondere Leistungen aus. Die Preisverleihung findet normalerweise im April in Form einer öffentlichen Präsenzveranstaltung statt, was aber auf Grund der SARS-CoV-2-Pandemie nicht möglich war, so dass die Ehrung über die Vereinszeitung VDI-Info erfolgte.

Die ASW gratuliert Frau Linnig zum VDI-Preis 2020, den sie wegen der besonderen Leistungen in ihrer Bachelorarbeit erhielt.

Hannah Linnig studierte von September 2016 bis August 2019 an der ASW-Berufsakademie „Wirtschaftsingenieurwesen“ mit Schwerpunkt auf Produktionsmanagement. Die Praxisphasen und Bachelorarbeit absolvierte sie bei ihrem Ausbildungsunternehmen Robert Bosch GmbH in Homburg.

Über ihre Bachelorarbeit sagt sie:

„Unter dem Titel “Erarbeitung eines Zielkonzepts für autonome Rückmeldeprozesse zur Effizienzsteigerung eines Fertigungswertstroms im Kontext von Industrie 4.0” habe ich mich in meiner Bachelorarbeit mit unterschiedlichen Arten der Generierung von Fertigungsrückmeldungen und ihrer möglichen zukünftigen Nutzung und Verbreitung beschäftigt. Die Relevanz dieser Fragestellung ergibt sich aus der steigenden Bedeutung der Auswertung von Maschinendaten im Themenfeld Industrie 4.0 und steigenden Anforderungen an die Effizienz von Produktionswerken an Hochkostenstandorten wie Deutschland.

Gegenstand der Arbeit ist zunächst eine Analyse der bereits bewährten Methode der Fertigungsrückmeldung über RFID und der moderneren Form der Fertigungsrückmeldung über ein MES-System, wobei bei letzterer die benötigten technischen Voraussetzungen bezüglich der vorhandenen Maschinen mit einbezogen werden. Diese technischen Voraussetzungen betreffen beispielsweise die Datenspeicherung der Maschinensteuerung oder die notwendige Nachrüstung eines IoT-Gateways. Auf Basis dieser Informationen erfolgt der Vergleich der beiden Lösungen und die Abschätzung, in welchen Fällen und bei welchen Gegebenheiten eine Umstellung von Rückmeldungen über RFID zu Rückmeldungen über MES rentabel sein könnte. Dabei zeigt sich, dass beispielsweise in einem Wertstrom mit vielen älteren Maschinen, die eines höheren Aufwands zur Befähigung zu MES-Rückmeldungen bedürfen, die notwendigen Investitionen die möglichen Einsparungen leicht übersteigen. Dies ist auch darin begründet, dass RFID bereits eine bewährte effiziente Technologie ist, für die im betrachteten Fertigungsbereich kaum mehr Kosten entstehen. Die Nutzung von MES-Rückmeldungen empfahl sich im betrachteten Bereich eher in Wertströmen, in denen sich moderne Maschinen befinden, die zur nötigen Datenerfassung und Nutzung eines passenden Kommunikationsstandards bereits fähig sind.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass Modernisierungen zur Weiterentwicklung der Digitalisierung in vielen Fällen sinnvoll sein können. Das gilt vor allem dann, wenn zusätzlich zu Effizienzsteigerungen auch weitere positive Effekte wie eine höhere Transparenz erzielt werden können.“